Stefan hat Impact Up, das Institut für systemische Wirkungsorientierung, 2026 gegründet. Bis 2025 war er sechs Jahre lang Berater für Planung, Monitoring und Evaluierung (PME) im Zivilen Friedensdienst (ZFD) der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in Kambodscha. Er hat Praxiserfahrung in der Wirkungsorientierung mit einem ZFD-Programm, mit internationalen Fachkräften und acht sehr diversen Partnerorganisationen gesammelt. Die Projektwirkungen in der Friedens- und Vergangenheitsarbeit waren immer Teil einer Programmwirkung des ZFD, aber auch Teil der Wirkung der Partnerorganisationen – also eines internationalen Gerichtshofs, psychologischer Dienstleister, Gedenkstätten, Jugendbewegungen oder Universitäten. Capacity Development war häufig ein Kernelement, und die Projektwirkung nicht selten auch Organisationsentwicklung. Hier hat er gelernt, wie man in Systemen der Komplexität wertschätzend begegnen kann und sich dadurch Handlungsoptionen bewahrt.
Das ganze ZFD-Programm war mit anderen ZFD-Programmen in Kambodscha vernetzt, sodass ebenso Wirkungen auf das gesamte Land erwünscht waren; und nicht zuletzt gab es viele weitere PME-Berater:innen im ZFD der GIZ in anderen Ländern, die regelmäßig über die Methoden, den Aufbau und die Art und Weise reflektiert haben. So hat Stefan zahlreiche Akteur:innen im Feld in Kambodscha in Resonanz gebracht und ein Netzwerk aus Aktiven für ein friedliches Zusammenleben der Menschen gestärkt. Methoden aus der Friedensarbeit selbst, wie bspw. aus der Konflikttransformation, wurden in solche Planungs- und Reflexionsworkshops genauso immer wieder eingebracht wie die Erfahrung als Yogalehrer und aus der Gewaltfreien Kommunikation.
Seit seiner Rückkehr nach Deutschland beschäftigt sich Stefan sehr intensiv mit Theorien und Methoden, wie sich Partizipation und Kokreation wirklich realisieren lassen, mit systemischen Ansätzen und systemischer Haltung. Zahlreiche Autor:innen bieten einen Reflexionsraum für sein Reflexionsmaterial aus seiner Zeit in Kambodscha. Seit Dezember 2025 setzt er dies intensiviert in einer Ausbildung zum systemischen Organisationsentwickler bei der WISPO fort. Literatur zum Systems Change und zur Kokreation hat viel Resonanz erzeugt. Mit Impact Up versucht er nun, die Methoden zum Planen, Monitoren und Reflektieren zusammen mit den Methoden der Friedensarbeit – Dialog, Konflikttransformation, Vergangenheits- und Traumaaufarbeitung – mit in das systemische Arbeiten zu nehmen und Ansätze für systemische Wirkungsorientierung zur Veränderung der Gesellschaft zu entwickeln. Kontextspezifisch, mit der Empathie und dem Gespür dafür, was es braucht, um wirklich zu hören, zu sehen und zu fühlen, worum es geht.
Thematisch hat Stefan schon eine breite Vorerfahrung aus seiner Zeit vor der Friedensarbeit im Kosovo und in Kambodscha – aus den Wirtschaftswissenschaften und Internationalen Studien an der Universität. Viele Jahre in der Veränderungsarbeit mit sozial-ökologischen Bewegungen, vor allem für ein Grundeinkommen und Degrowth, haben ihn zudem geprägt. Für das Climate Service Center in Hamburg hat er einen Literaturreview über die Evaluation der Kokreation von Wissen erstellt – Qualitätskriterien, Indikatoren und Methoden dafür, aus rund hundert inter- und transdisziplinären Forschungsarbeiten zusammengestellt. Vor allem die Idee, dass Beteiligung von verschiedenen Perspektiven in allen Phasen einer Zusammenarbeit zentral ist, hat Stefan seitdem weitergetragen. Die Arbeit ging in die Publikation 2017 Evaluating co-creation of knowledge: from quality criteria and indicators to methods ein. In nahezu allen Rollen hat er immer wieder Veranstaltungen von kleinen Festivals über ausführliche Trainings bis hin zu großen Konferenzen initiiert und organisiert.