Stefan Füsers

Gründer von Impact Up. Mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Projektgestaltung und -begleitung in der Friedensarbeit und in zahlreichen sozialen Bewegungen und Organisationen: Kambodscha, Kosovo und Hamburg.

Portrait von Stefan Füsers

Stefan hat Impact Up, das Institut für systemische Wirkungsorientierung, 2026 gegründet. Bis 2025 war er sechs Jahre lang Berater für Planung, Monitoring und Evaluierung (PME) im Zivilen Friedensdienst (ZFD) der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in Kambodscha. Er hat Praxiserfahrung in der Wirkungsorientierung mit einem ZFD-Programm, mit internationalen Fachkräften und acht sehr diversen Partnerorganisationen gesammelt. Die Projektwirkungen in der Friedens- und Vergangenheitsarbeit waren immer Teil einer Programmwirkung des ZFD, aber auch Teil der Wirkung der Partnerorganisationen – also eines internationalen Gerichtshofs, psychologischer Dienstleister, Gedenkstätten, Jugendbewegungen oder Universitäten. Capacity Development war häufig ein Kernelement, und die Projektwirkung nicht selten auch Organisationsentwicklung. Hier hat er gelernt, wie man in Systemen der Komplexität wertschätzend begegnen kann und sich dadurch Handlungsoptionen bewahrt.

Das ganze ZFD-Programm war mit anderen ZFD-Programmen in Kambodscha vernetzt, sodass ebenso Wirkungen auf das gesamte Land erwünscht waren; und nicht zuletzt gab es viele weitere PME-Berater:innen im ZFD der GIZ in anderen Ländern, die regelmäßig über die Methoden, den Aufbau und die Art und Weise reflektiert haben. So hat Stefan zahlreiche Akteur:innen im Feld in Kambodscha in Resonanz gebracht und ein Netzwerk aus Aktiven für ein friedliches Zusammenleben der Menschen gestärkt. Methoden aus der Friedensarbeit selbst, wie bspw. aus der Konflikttransformation, wurden in solche Planungs- und Reflexionsworkshops genauso immer wieder eingebracht wie die Erfahrung als Yogalehrer und aus der Gewaltfreien Kommunikation.

Seit seiner Rückkehr nach Deutschland beschäftigt sich Stefan sehr intensiv mit Theorien und Methoden, wie sich Partizipation und Kokreation wirklich realisieren lassen, mit systemischen Ansätzen und systemischer Haltung. Zahlreiche Autor:innen bieten einen Reflexionsraum für sein Reflexionsmaterial aus seiner Zeit in Kambodscha. Seit Dezember 2025 setzt er dies intensiviert in einer Ausbildung zum systemischen Organisationsentwickler bei der WISPO fort. Literatur zum Systems Change und zur Kokreation hat viel Resonanz erzeugt. Mit Impact Up versucht er nun, die Methoden zum Planen, Monitoren und Reflektieren zusammen mit den Methoden der Friedensarbeit – Dialog, Konflikttransformation, Vergangenheits- und Traumaaufarbeitung – mit in das systemische Arbeiten zu nehmen und Ansätze für systemische Wirkungsorientierung zur Veränderung der Gesellschaft zu entwickeln. Kontextspezifisch, mit der Empathie und dem Gespür dafür, was es braucht, um wirklich zu hören, zu sehen und zu fühlen, worum es geht.

Thematisch hat Stefan schon eine breite Vorerfahrung aus seiner Zeit vor der Friedensarbeit im Kosovo und in Kambodscha – aus den Wirtschaftswissenschaften und Internationalen Studien an der Universität. Viele Jahre in der Veränderungsarbeit mit sozial-ökologischen Bewegungen, vor allem für ein Grundeinkommen und Degrowth, haben ihn zudem geprägt. Für das Climate Service Center in Hamburg hat er einen Literaturreview über die Evaluation der Kokreation von Wissen erstellt – Qualitätskriterien, Indikatoren und Methoden dafür, aus rund hundert inter- und transdisziplinären Forschungsarbeiten zusammengestellt. Vor allem die Idee, dass Beteiligung von verschiedenen Perspektiven in allen Phasen einer Zusammenarbeit zentral ist, hat Stefan seitdem weitergetragen. Die Arbeit ging in die Publikation 2017 Evaluating co-creation of knowledge: from quality criteria and indicators to methods ein. In nahezu allen Rollen hat er immer wieder Veranstaltungen von kleinen Festivals über ausführliche Trainings bis hin zu großen Konferenzen initiiert und organisiert.

Systemische Organisationsentwicklung

Stefan Füsers moderiert einen Workshop vor drei großen Kartenwänden zu Trauma, Rechten und politischer Teilhabe
Wirkungsplanung im Zivilen Friedensdienst, Kambodscha

Die Ausbildung in systemischer Organisationsentwicklung bei der WISPO ist für Stefan vor allem deshalb spannend, weil sich mit systemischen Methoden Unterstützung noch breiter anbieten lässt. Die Methoden und die Haltung ermöglichen es, auch ohne tiefes Kontextwissen wirklich zu unterstützen. Zusammen mit seiner Beratungserfahrung will Stefan dieses Wissen nun für gute Ideen und Projekte einsetzen und damit weiter sinnstiftend in der Welt wirken. Für ein bis zwei spannende Vorhaben steht er derzeit auch kostenfrei zur Verfügung, als Praxisteil seiner Ausbildung. Der aktive Netzwerkaufbau in dieser Zeit, aus dem heraus heute vieles von Impact Up entsteht (mehr dazu bei Über Uns), eröffnet den Zugang dazu. Als Services des Instituts sind das zunächst das Projekt-Coaching und die Wirkungsberatung.

Künstliche Intelligenz

Die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz sind faszinierend und erstaunlich dynamisch. Beim Aufbau von Impact Up sind daraus viele Stunden iterativer Zusammenarbeit mit KI geworden. Im Rahmen seiner Selbständigkeit hat Stefan begonnen, die Möglichkeiten immer wieder spielerisch zu testen und auszuprobieren; inzwischen nutzt er viele davon auch produktiv, um Dinge in die Welt zu bringen. Werkzeuge wie der Session-Builder – und vielleicht auch Impact Up erst einmal allein innerhalb weniger Monate in die Welt zu bringen – wären ohne KI-Unterstützung undenkbar gewesen.

Die Erfahrung ist vielfältig, kurz zusammengefasst: KI kann inzwischen nahezu alles, was man am Computer machen kann. Die Schwierigkeit liegt davor und danach: vor der Arbeit die Sinngebung an die KI anzubinden und nach der Arbeit die Ergebnisse an den eigenen Maßstäben zu prüfen.

Für Stefan ist heute weniger interessant, was diese Systeme können, als woran sie sich binden: an die Sprache einer Organisation, ihre Wirkungslogik, ihre Entscheidungswege und ihre Maßstäbe dafür, was als gut gilt. Was in ihrem Inneren genau geschieht, wissen selbst die Entwickler:innen nicht, also ist die Praxis im Umgang mit KI eine wertvolle Ressource. Dazu verfolgt Stefan weiter die neuesten Entwicklungen und die Perspektiven von Menschen, die noch produktiver damit arbeiten. In diesem Zusammenhang stellen sich immer mehr Fragen von Ethik und Verantwortung, auch die Frage, welche Dinge wir bewusst nur mit Menschen teilen wollen. Urteil und Verantwortung bleiben dabei bei den Menschen. Die gemeinsame Entwicklung, wie ihr KI in euren Prozessen haben wollt und wie das möglich ist, begleitet Stefan gern: KI Integration.

Stationen

  • seit 2026Impact Up – Institut für systemische Wirkungsorientierung
  • seit 2025Systemische Organisationsentwicklung, WISPO Hamburg – berufsbegleitend, mit angestrebter DGSF-Zertifizierung in 2027
  • 2019–2025Ziviler Friedensdienst Kambodscha, GIZ – Berater für Planung, Monitoring und Evaluierung
  • 2016–2018Ziviler Friedensdienst Kosovo – Integrierte Fachkraft bei ANP zu interethnischem Dialog über die Vergangenheit
  • 2015–2016Climate Service Center Germany (GERICS), Hamburg – Research Consultancy: Evaluating co-creation of knowledge
  • laufendEhrenamt in Netzwerken für Grundeinkommen, Gewaltfreiheit und Zukunftsgestaltung

Studium

  • M.A.International Studies
  • M.A.European Studies
  • B.A.International Business

„Herr Füsers verband systemische Prozessberatung, Organisationsentwicklung und wirkungsorientiertes PME auf eine Weise, die die innere Kohärenz und äußere Relevanz des Programms deutlich stärkte."

„Seine Fähigkeit, unterschiedliche Akteure zusammenzubringen, Synergien zu erkennen und konstruktive Zusammenarbeit in einem politisch sensiblen Umfeld zu ermöglichen, wirkte sich unmittelbar auf die Qualität und Nachhaltigkeit der Partneraktivitäten aus."

„Durch partnergetragene und gemeinsame Lernprozesse förderte er plurale Narrative, partizipative Ansätze und kontextsensibles Engagement in einem Feld, das von historischen Sensibilitäten und sich wandelnden politischen Bedingungen geprägt ist."

GIZ, Civil Peace Service · Cambodia · Letter of Reference, 2019-2025

Aus dem Englischen übersetzt.

„Sein sehr gutes konzeptionelles und theoretisches Denken hatte fortwährend einen hohen Praxisbezug. Die Kongruenz zwischen den vermittelten Inhalten zur konstruktiven gewaltfreien Konflikttransformation und dem eigenen Handeln beweist seine hohe Integrität und führte stets zu sehr guten Ergebnissen."

KURVE Wustrow, Civil Peace Service · Kosovo · Arbeitszeugnis, 2017-2018

Stefan ist offen und unterstützt euch gern bei eurem Anliegen in diesen Bereichen. Momentan erreicht ihr ihn einfach über das Institut, und Erstgespräche sind selbstverständlich immer erstmal kostenfrei.