Eine Wirkung steht nicht allein in der Welt. Sie interagiert mit anderen Wirkungen. Unser Zugang bleibt die Wirkung selbst, ganz nah bei den Menschen und den Projekten. Als Institut wollen wir dabei das Zusammenspiel der Wirkungen besser nutzen und auf die möglichen Kooperationen für die Transformationen in Systemen blicken. Diese Seite sagt, warum daraus ein Institut geworden ist.
Aus der Wirkung heraus
Wir arbeiten mit Menschen, die mit ihrer Arbeit etwas in der Gesellschaft bewegen wollen, und richten uns gemeinsam mit ihnen an der Wirkung aus, die sie anstreben. Diese Ausrichtung an der Wirkung ist unser Handwerk – und damit sind wir nicht allein. Impact Up gibt es, weil wir an einer bestimmten Stelle eine Lücke sehen.
Die Wirkungsorientierung hat eine verlässliche Basis: Mit der Wirkungstreppe und der IOOI-Logik hat PHINEO (Kurz & Kubek, Kursbuch Wirkung) einen Standard geprägt, mit dem Organisationen ihre Wirkung planen, beobachten und nachweisen können. An diese Tradition schließen wir an – und sehen zugleich, wo sie endet: beim einzelnen Vorhaben. Die Frage, was geschieht, wenn viele solcher Wirkungen aufeinandertreffen und zu einer gemeinsamen Wirkung im Feld werden, wird selten gestellt; Ansätze, die Wirkung unter Komplexität denken – etwa Michael Quinn Pattons Developmental Evaluation –, werden bislang kaum rezipiert. Genau diese Lücke ist der Grund, warum es Impact Up gibt. Was sie fachlich genau ausmacht und wie sich Feldwirkung beschreiben lässt, entfalten wir auf der Seite zur systemischen Wirkungsorientierung.
Daraus folgt eine Haltung, die unsere Arbeit trägt. Wir wollen einen Beitrag leisten – als Teil eines größeren Ganzen, in dem die Wirkung der einen an die Wirkung der anderen anschließt. Und wir bleiben nah bei den Menschen und ihren Projekten: Der Zugang zu systemischer Wirkung führt für uns über die konkrete Wirkung, an der jemand gerade arbeitet.
Der konstruktivistische Kern
Unsere Arbeit hat einen erkenntnistheoretischen Kern: Wie wir Welt beschreiben, entscheidet mit, was wir sehen und was uns als Handlung offensteht. Diese konstruktivistische Grundannahme teilen wir mit der systemischen Beratung. Ruth Seliger (Systemische Beratung der Gesellschaft, 2022) führt sie konsequent auf die Gesellschaft selbst: eine Gesellschaft in krisenhaften Spannungen zwischen Ökologie, Ökonomie und Demokratie – und wir, die an ihr arbeiten, sind Teil von ihr. Verändern lässt sie sich aus ihr heraus, vor allem über Organisationen, denn dort wird gesellschaftliches Handeln organisiert.
Deshalb heißen unsere Theorieseiten Konstrukte. Der Name ist ernst gemeint: Es sind bewusst gebaute Denk-Werkzeuge – Beschreibungen, die gemeinsames Arbeiten an Wirkung möglich machen und die wir mit euch prüfen und weiterentwickeln. Ein Konstrukt ist für uns gut, wenn es Handeln eröffnet.
Institut nennen wir uns, weil dort Theorie und Praxis gleichrangig zusammenkommen dürfen: Wir bringen Theorie in Praxis und Praxis in Theorie – undogmatisch und in viele Richtungen offen. Jascha Rohr formuliert in Die große Kokreation (2023) den Maßstab, dem wir dabei folgen: Entscheidend ist, was wir gemeinsam wollen – die Methoden folgen. In diesem Sinn verstehen wir uns über die Beratung hinaus auch als organisierende Akteurin im System, die Netzwerke baut und sich beteiligt.
Unser Zuhause
Zwischen dem, was sichtbar an einer Organisation ist, und dem, was sich nur langsam verändert, liegt eine mittlere Ebene: die Beziehungen und Machtverhältnisse zwischen den Akteur:innen. Cynthia Rayner und François Bonnici fassen sie in The Systems Work of Social Change (2021) über drei Dimensionen: Context, Connection, Power – über sie verändern sich die Muster eines Systems. Hier entscheidet sich, ob Veränderung trägt oder wieder verschwindet. Diese relationale Ebene ist unser Zuhause – methodisch und biografisch.
Wir bringen sie aus zwei Quellen mit: aus dem Zivilen Friedensdienst, wo Beziehungen, Macht und Konfliktdynamiken die zentrale Arbeitsebene sind, und aus der systemischen Organisationsentwicklung, die Systeme über ihre Muster und Wechselwirkungen versteht. Beides arbeitet konfliktsensitiv und partizipativ, beides nimmt Macht ernst und glättet Unterschiede nicht weg.
Bei uns bereiten das Thema und das Anliegen den Weg zur Methode, nicht andersherum. Wir schauen gemeinsam mit euch auf eure Wirkung und begleiten sie dorthin, wo Raum für sie ist – in Verbindung und Kohärenz mit den Wirkungen anderer. Für diese Arbeit gibt es benennbare Ansätze; Systems Change ist einer davon, mit dem wir arbeiten.
Wohin das führt
Aus dieser Haltung wird eine fachliche Disziplin. Den Oberbegriff dafür nennen wir systemische Wirkungsorientierung: das Handwerk, Wirkung systemisch zu denken und Vorhaben so aufeinander auszurichten, dass aus vielen einzelnen Wirkungen eine gemeinsame Wirkung im Feld werden kann. Sie hat zwei Richtungen, die für uns gleich stark wiegen: Wirkungsorientierung als Kernaufgabe, systemisch gestaltet – und die Orientierung an systemischer Wirkung in der Gesellschaft. Sie gibt der Lücke, die wir hier benannt haben, eine genaue Beschreibung und eine Methode – und unter ihr stehen konkrete Ansätze, mit denen sich arbeiten lässt.
Systemische Wirkungsorientierung
→ Systems Change als einer der Ansätze → zu den Perspektiven → zu den Angeboten
Quellen
Weitere Grundlagen – PHINEO-Wirkungstreppe, Developmental Evaluation – sind auf der Seite zur systemischen Wirkungsorientierung dokumentiert.